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  • Vergiftungen: Die brutalste Gefahrenquelle für Mensch und Tier war wohl das als „Nachkriegserfindung“ unter dem Kürzel DDT bekannt gewordene Pflanzenschutzmittel, das dann zum Glück 1972 verboten wurde. Lebewesen am Ende der Nahrungskette lagerten die Giftrückstände in ihren Körpern ab. So auch die Wanderfalken, die dadurch letztendlich keinen Nachwuchs mehr bekamen und bereits hart am Rande ihrer Ausrottung standen. Wenn es heute noch Fälle von Wanderfalken-Vergiftungen gibt, so liegen sie auf einer völlig anderen Ebene. In den Hochburgen der Brieftaubenzucht in NRW sind erfolgreiche Versuche, Wanderfalken zu vergiften nachgewiesen worden. Dazu wurden frei fliegende Tauben besonders präpariert (kleine Giftbeutelchen im Gefieder).
  • Nachstellungen: anderer Art (z. B. mit der Schusswaffe) gibt es nicht nur in den vorstehend genannten Kreisen. Auch andere Interessen verleiten zur Nachstellung.
    Da mag es immer noch den einen oder anderen Trophäensammler geben, dem womöglich noch der „ausgestopfte“ Wanderfalke in der Sammlung fehlt.
    Einen zahmen Falken in der privaten Voliere zu haben kann auch Begehrlichkeit erzeugen.

  • Störungen: durch Neugierde oder gar Gelegediebstahl für die heimische Eiersammlung gehören zu den weitern Gründen, die Horstplätze gut „im Auge“ zu haben.

  • Abstürze von Jungfalken: erleben wir immer wieder an den innerstädtischen Brutplätzen. Die halb flüggen Jungen stehen gerne vor der Bruthöhle, um dort Flügel schlagend für den Erstflug zu trainieren. Dabei verlieren sie auch schon mal die Balance und landen am Boden. Sie sind dann meist auch noch ziemlich übergewichtig und kommen von alleine nicht wieder hoch. Bei ihren Aufstiegsversuchen verausgaben sie sich so sehr, dass sie entkräftet in falsche Hände geraten können. Dann sind wir gefragt, und nach wenigen Tagen Pflege durch fachgerechtes Füttern und vor allen Dingen Zuführung von Trinkwasser kommt einer Havarist unverzüglich in Brutplatznähe ins Freie, wo die Eltern sich seiner bald wieder annehmen.
Aufpeppeln eines jungen abgestürzten Wanderfalken Zurück in die Freiheit und in den Familienverband
Erstversorgung eines Havaristen

Zurück in die Freiheit und in den Familienverband  

  • In der Regel reicht es, den Havaristen drei bis vier Tage Fachleuten zu überlassen. Hier bekommt er die nötige Versorgung, vor allem aber Wasser. Danach lässt man ihn in der Nähe des Brutplatzes frei und wird darüber staunen, dass der Jungvogel nun perfekt fliegen kann und auch sogleich wieder Aufnahme im Familienverband findet.

  • Hybridfalken: sind ein nicht zu unterschätzender Störfaktor. Sie entfliegen Falknern und Züchtern, die verschiedene Falkenarten für den großen Bedarf der arabischen Falkner kreuzen. Dort, wo Hybride auftauchen, verdrängen sie unsere reinen Wanderfalken, weil sie stärker sind als diese. Ja, es kann sogar zur Gen-Verfälschung kommen, wenn sich beispielsweise ein Terzel als Wanderfalkenhybrid mit dem reinblütigen Wanderfalkenweibchen erfolgreich verpaart.
    Hybride an den Brutplätzen zu entdecken bedarf natürlich der besonderen Kenntnis. Sie sollten aber unverzüglich gemeldet werden, damit alles unternommen wird, um sie zu fangen.