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  • Unser Verein:
vereint Greifvogelfreunde und -Interessierte, die Kenntnisse und Erkentnisse haben oder sammeln wollen (mit dem Schwerpunkt "Wanderfalken")
  • Fünf vor Zwölf:
Wanderfalken waren Mitte der sechziger Jahre fast gänzlich ausgestorben. Im Norden der Republik waren sie bereits restlos verschwunden, als schließlich Maßnahmen zur Bestandserneuerung ergriffen wurden. Die Maßnahmen zeitigten Erfolg. Heute gibt es in der Norddeutschen Tiefebene mehr Wanderfalken als seit Menschengedenken.

Weib und Terzel auf Brutplatz
Das Paar vor dem Brutkasten in Bremen

Aktuelles

aktualisiert am 07.05.2010

Unsere Jahreshauptversammlung fand am 27.März 2010 an bewährter Stätte statt, im Norddeutschgen Vogelmuseum Osterholz-Scharmbeck. Gut die Hälfte der teilnehmenden Mitglieder und Gäste ließen sich zum Auftakt eine Stunde lang von Norbert Nowka durch die eindrucksvolle Dr. Baumeistersche Sammlung führen. Norbert hatte beim Aufbau dieser unvergleichlichen Anlage mit den naturgetreu präparierten Exponaten einst mitgewirkt. Allein die Abteilung Greifvögel möchte man gar nicht mehr verlassen.
Nach den Vereinsregularien zeigte Sven Eppler einmal mehr eindrucksvolle Aufnahmen vom Brutjahr 2009 auf dem Bremer Funkturm, wo im Zuge von dreizehn Bruten mehr als 50 junge Falken ausgeflogen waren. Die letztjährige Brut war nun zugleich das Ende einer Serie, die in  ganz Deutschland Ihresgleichen sucht; denn dreizehn Bruten nacheinander  mit durchschnittlich vier Jungen kennen wir von keinem anderen Standort.
Das unerwartete Ende dieser Serie kam mit einer Rivalin, die nach verbittert geführten Kämpfen gegen die Platzherrin obsiegte. Die Hausherrin war nach den Luftkämpfen oft so sehr ausgelaugt, dass sie den Kopf beim Fortsetzen des Brutgeschäftes hängen ließ. Ehe sie die Brut schließlich abbrach, waren zwei der vier Eier ihres Geleges bereits beschädigt, nachdem die Embryonen bereits gut entwickelt waren.
Ob sie nun bei den Luftkämpfen tödlich verletzt wurde, oder ob sie letztendlich resigniert hat, wissen wir nicht. Auf jeden Fall wendet sich der Terzel, der die Neue anfangs ebenfalls noch bekämpft hatte, nun der Siegerin zu. Wahrscheinlich werden die beiden im nächsten Jahr gemeinsam wieder für Nachwuchs sorgen. Schließlich steht der Terzel mit seinen neun Jahren noch mitten im Leben. Von der alten wie von der neuen Partnerin  kennen wir wegen fehlender Beringung das Alter nicht. Vermutlich war die Vorgängerin schon ein wenig betagt und hat wohl deswegen nicht gegen die Konkurrentin bestehen können. 
Die Hartnäckigkeit der neuen Chefin könnte auch zum Brutausfall bei unserem zweiten Paar am 2,5  km entfernten Schornstein des Kraftwerkes Hafen geführt haben. Auch dort gab es erhebliche - wenn auch nicht detailliert dokumentierte – Brutstörungen. Dort wurden im vergangenen Jahr bereits mehrfach drei Wanderfalken gleichzeitig gesichtet, und am Ende blieb bereits in 2009 der Bruterfolg aus.
Wenn nun die Übeltäterin eine und dieselbe war, so hat sie mittlerweile in Bremen drei Bruterfolge vereitelt.
Brutausfälle gab es nicht nur in Bremen. Teilweise unerklärliche Brutstörungen werden sich nachträglich schwer aufklären lassen. Fest steht nur, dass auf den Funktürmen, wo der Zugang zu den Brutplätzen mechanisch sicher blockiert war, genauso viele Junge flügge wurden wie anfänglich Eier vorhanden waren. Darunter befindet sich der Funkturm in Bassum, wo im vergangenen Jahr das Erstgelege komplett verschwunden war. In diesem Jahr war der Zugang versperrt, und es wurden prompt fünf Junge groß!